Editorial

Abschied von der Macht

Sigrid Maurer, nunmehr grüne Nationalratsabgeordnete a.D., vertschüsst sich mit Sektglas und Stinkefinger aus dem Parlament. Noch-Bundeskanzler Christian Kern hat seine Berufung im Stänkern in Richtung Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache gefunden. Die Journalistin Livia Klingl pöbelt auf unterstem Niveau gegen Nahost-Expertin Karin Kneissl, die als neue Außenministerin gehandelt wird. Die linke Wochenzeitung „Falter“ bezeichnet Sebastian Kurz als „Neofeschist“. Nur ein paar von vielen Beispielen.

In Österreich haben sich die politischen Kräfteverhältnisse verschoben. Und bei jedem Machtwechsel gibt es Gewinner, Verlierer und Wendehälse. Quer durch alle Gesellschaftsschichten. Wer nach der Nationalratswahl wo steht, ist kein Geheimnis: SPÖ und Grüne sind politisch, personell und finanziell schwer angeschlagen. Die Liste Pilz ist direkt nach ihrem Wahlerfolg implodiert. Zu den Verlierern zählen aber nicht nur die linken Parteien und ihre Repräsentanten, sondern auch all jene, die es sich in diesem System bequem eingerichtet haben, die ihre berufliche Existenz, ihre Karriere und ihr Ansehen der Nähe und Unterstützung dieser Parteien bzw. der linken Idee im Allgemeinen zu verdanken haben. Das sind in Österreich, wo seit Jahrzehnten rote Bundeskanzler herrschen, sehr viele Menschen, die sehr viel zu verlieren haben. Sie alle fürchten nun um Jobs, Förderungen, Aufträge, Ansehen, gesellschaftliche Anerkennung und Aufmerksamkeit. Überall: in Universitäten, NGOs, Medien, Institutionen, Kultureinrichtungen, Vereinen, Ämtern etc. Und sie sind, wie die eingangs erwähnten Beispiele zeigen, schlechte Verlierer. Obwohl oder gerade weil sie direkt oder indirekt dazu beigetragen haben, dass Österreich da steht, wo es nun steht. Am Abgrund. All die linken Visionen und linken gesellschaftlichen Großprojekte haben sich in Österreich und Europa in Alpträume verwandelt, die selbst die politisch korrekten Journalisten und Medien kaum noch umdeuten und vertuschen können: von der Einwanderungs- und Sicherheitspolitik über die Außen- und Integrationspolitik bis hin zur Energie-, Sozial- und Geldpolitik. Wer so einen kapitalen politischen Bauchfleck hinlegt, tut sich schwer, sich diese Fehler einzugestehen.

Die Linken in Politik und Medien inklusive ihrer Sympathisanten und Mitläufer haben nicht nur keine Antworten und Strategien auf die drängenden Probleme unserer Zeit, sie haben sie auch zu verantworten. Sie waren stets das Problem, niemals die Lösung. „Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält“, so Karl Kraus. Dass nun in Österreich konservative und rechte Kräfte dank des eindeutigen Wählerentscheids das Ruder übernehmen, ist die logische Folge der abgehobenen, desaströsen, linken Politik. Die neue Regierung muss den Karren, den die sozialistischen Parteien – und dazu zählt selbstredend auch die ÖVP unter Mitterlehner, Spindelegger und Co. – wieder aus dem Dreck ziehen. Türkis und Blau können in den Augen der Wahlverlierer nichts richtigmachen. Zu tief sitzen der Frust und der Hass. Sigrid Maurer hat mit ihrem Fuck-You-Foto nicht, wie sie geschrieben hat, die „Hater“ attackiert, sondern jene Bürger, die ÖVP, FPÖ und nicht die Grünen gewählt haben. Sie versteht einfach nicht, wie man eine so tolle Frau und eine so tolle Partei, die so viel für dieses Land geleistet haben, einfach nicht mehr wählen kann. Maurer und ihre linken Gesinnungsgenossen halten sich tatsächlich für Übermenschen: moralisch, intellektuell und überhaupt. Kein Wunder: Wer Jahrzehnte lang von Medien, Kultur, NGOs oder Kirchen hofiert, umschmeichelt und niemals ernsthaft kritisiert wird, der kann leicht den Boden unter den Füßen verlieren und glaubt irgendwann tatsächlich, besser als alle anderen zu wissen, was für das Land und für die Menschen gut ist. In ihrer Blase stimmte das auch. Sie haben es übertrieben. Irgendwann war es selbst den eher langmütigen und politisch trägen Österreichern zu viel. Zu viel Bevormundung, zu viele Regeln und Steuern, zu viel Schuldkult, zu viel Hass auf die eigenen Traditionen und Werte, zu wenig Einsatz für das eigene Land und jene, „die schon länger hier leben“, zu viel Besserwisserei etc. Ihre Blase ist geplatzt. Mit Kritik, Macht und Bedeutungsverlust kann diese selbst ernannte Elite, die nun auf dem Boden der Realität aufgeschlagen ist, nicht umgehen. Man reagiert auf jede Art von Kritik extrem dünnhäutig, stänkert, hetzt und diffamiert. Zu mehr ist man nicht mehr in der Lage. Konstruktive Opposition oder faire Medienberichterstattung sind von den linken Modernisierungsverlierern nicht zu erwarten. Frank&Frei betrachtet, beschreibt und analysiert diese Prozesse aus einer für die Presselandschaft ungewöhnlichen, nämlich einer nichtlinken, Perspektive: nüchtern und ohne der bei den Mainstreammedien obligaten Propaganda. Im aktuellen Heft geht es vor allem um jene Themen und Entwicklungen, die die Linke in Österreich und quer durch ganz Europa zu Fall gebracht haben. Ein weites Feld. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema, das alle anderen überlagert: Die Folgen der unkontrollierten Masseneinwanderung aus dem Islamgürtel. Weshalb die aktuelle Ausgabe auch deutlich umfangreicher geworden ist.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre.

Werner Reichel
Chefredakteur
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