Editorial

Egal ob in Österreich, Deutschland oder anderswo, den Printmedien geht es schlecht. Auflagen und Reichweiten sinken von Quartal zu Quartal. Es ist eine rasante Talfahrt. Der Spiegel, das wichtigste Nachrichtenmagazin Deutschlands, fährt einen rigorosen Sparkurs und muss Dutzende Mitarbeiter kündigen. In Österreich will SPÖ-Medienminister Thomas Drozda die Presseförderung verdoppeln. Die millionenschwere Steuergeldspritze wird dringend benötigt, um die vielen marode Zeitungen und Zeitschriften weiter künstlich am Leben zu erhalten. Keine Frage, die Printbranche steckt in einer tiefen Krise.

Warum startet man in einer solchen Situation ein neues Magazin? Die Antwort ist simpel. Die Krise ist zu einem großen Teil hausgemacht. Es sind weniger die bei den Journalisten so beliebten Sündenböcke wie Internet, Smartphones, Social Media und Politikverdrossenheit, die den alten Medien das Leben schwer machen, es sind die Herausgeber und Journalisten selbst. Seit vielen Jahren schreiben sie konsequent an den Einstellungen und der schlechten Stimmung der Bevölkerungsmehrheit vorbei. Der Großteil der schreibenden Zunft steht politisch links. Weit links. Das ist nicht die Unterstellung eines „Schlechtmenschen“, das belegen die mittlerweile zahlreich vorliegenden empirische Daten. Herausgegriffen sei hier nur der „Der Journalisten-Report III“ von Kaltenbrunner, Karmasin und Kraus. Zudem kann man sich davon jeden Tag selbst überzeugen. Man muss nur die handelsüblichen Printtitel lesen. Das Journalistenmilieu ist kein Spiegel-, sondern ein linkes Zerrbild der rezenten Gesellschaft. Je erfolgreicher „rechtspopulistische“ Parteien werden, desto verbissener unterstützen die großen Medien das wankende Establishment. Man orientiert sich nicht mehr am Leser, sondern an den politischen Vorgaben und Zielen der Machthaber. Besserung ist nicht in Sicht. Auch der journalistische Nachwuchs steht politisch weit links, wie ich aus meiner Zeit als Lektor an einer Journalismus-Fachhochschule nur allzu gut weiß. Der Gruppendruck der linken Weltverbesserer in den journalistischen Ausbildungsstätten ist enorm. Die politische Einstellung der Journalisten ist deshalb so fatal, weil sie sich nicht mehr als Berichterstatter, sondern als Volkspädagogen verstehen. Erziehung und ideologische Steuerung des Lesers stehen im Vordergrund. Wichtig ist nicht mehr eine möglichst objektive Berichterstattung, sondern welche politische Einstellung der Konsument zu haben hat. Halbwüchsige Journalisten frisch aus dem staatlichen Hochschulsystem belehren und maßregeln jene Bürger, die sich das – aus welchen Gründen auch immer – noch gefallen lassen. Zwischen Nachricht und Meinung gibt es keine Trennung mehr. Meldung, Bericht, Kommentar oder Glosse, in der journalistische Praxis macht das längst keinen Unterschied mehr Man orientiert sich nicht mehr am Lesern, sondern an der Obrigkeit, weshalb die Regierung linientreue Printtitel mit Förderungen be- und entlohnt. Weil aber die Bürger nicht halb so dumm sind, wie viele Medienmacher glauben, haben sie diese Bevormundung, dieses Nudging schnell durchschaut und sich von den alten Medien ab- und den neuen Medien zugewandt. Diese Abwanderung hat im Herbst 2015 ganz massiv eingesetzt, als Zeitungen und Magazine formatfüllende Bilder von zerlumpten Frauen und verängstigten Kindern mit großen Augen abdruckten. Doch die herzzerreißenden Bilder waren kein Abbild der Realität. Sie sollten nur für die richtige Welcome Stimmung sorgen. Vielen Medienkonsumenten ist die von oben verordnete gute Laune aber schnell vergangen. Statt den gezeigten Frauen und Kindern strömten vor allem junge Männer ins Land. Der Begriff „Lügenpresse“ wurde populär. Immer mehr Menschen fühlten sich von den klassischen Medien nicht mehr richtig informiert, begannen ihnen zu misstrauen. Die alten Medien bekamen ein massives Image- und Glaubwürdigkeitsproblem. Sie schlitterten noch tiefer in die Krise.

Zu dieser Zeit begann auch der rasante Aufstieg der alternativen Medien im Internet. Vor allem die mediale Berichterstattung oder besser die Nichtberichterstattung über die Ereignisse zu Silvester 2015 gab ihnen enormen Auftrieb. Mehrere Hundert Frauen sind in dieser Nacht in Köln von vorwiegend nordafrikanischen Männern sexuell belästigt worden. Politik, Polizei und die großen Medien wollten die Vorfälle einfach ignorieren. Doch die Geschehnisse verbreiteten sich via Social Media vorbei an den traditionellen Massenkommunikationskanälen. Die alten Medien zogen nach mehrtägigem Schweigen widerwillig nach. Sie hatten keine andere Wahl. Es entstand eine neue Gegenöffentlichkeit, das Informationsmonopol der klassischen Medien war endgültig Geschichte. Blogs, Nachrichtenportale und Social-Media-Kanäle verbreiteten Informationen, die man von den großen Zeitungen und den Staatssendern nicht bekam. Als Gegenbegriff zur Lügenpresse ersann das in Bedrängnis geratene Establishment die „Fake-News“. Es war vor allem der Versuch, von den eigenen Fehlern und der Inkompetenz abzulenken, eine Strategie die nicht funktionierte. Es ist weniger das altmodische Papier, warum Zeitungen und Magazine immer mehr an Boden verlieren, es sind der Inhalt und die Ignoranz der Macher dieser Medien, die für diese Krise mitverantwortlich sind. Die Unzahl an bunten Cover und Titel täuscht die in Sonntagsreden so gerne gepriesene Meinungsvielfalt nur vor, weil fast alle dieser Titel im selben politischen Biotop angesiedelt sind. Rechts der politischen Mitte beginnt die große Meinungswüste, mit einigen wenigen kleinen Oasen. Dazu gehören etwa die Schweizer Weltwoche, die Junge Freiheit und Tichys Einblick aus Deutschland. Wer in Österreich nach solchen Meinungsoasen sucht, verdurstet. Frank& Frei ist angetreten, diese Einöde etwas zu beleben, um die linkslastige Medienlandschaft mit konservativen, liberalen, libertären und rechten – ja, richtig gelesen – auch mit rechten Inhalten, Meinungen und Ansätzen anzureichern oder, wie es Linke wohl sehen, zu kontaminieren. Frank&Frei bietet Autoren, Journalisten, Querdenkern, Wissenschafter und Künstlern, die nicht im linken Meinungshauptstrom mitschwimmen, die sich geistig und weltanschaulich außerhalb des politisch korrekten Schrebergartens bewegen, eine attraktive Plattform. Neben den Schwerpunkten Politik und Wirtschaft, spielt auch der Lebensstil in unserem Magazin eine wichtige Rolle. Liest man sich einschlägige Magazine durch, könnte man annehmen, die Linke habe ein Monopol auf Kunst, Literatur, Mode, Genuss, Lebensart etc.

Dieses Bild könnte nicht falscher sein. Auch wenn von den Mainstreammedien ignoriert und marginalisiert, existiert abseits des linken Kulturbetriebes und des linken Lifestyles ein reges, spannendes und widerständiges Treiben. Man muss den Scheinwerfer nur anders ausrichten. Genau das macht Frank&Frei.

Werner Reichel
Chefredakteur
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