Editorial

Zeitenwende

Im aktuellen Heft dreht sich alles um die Nationalratswahl am 15. Oktober. Deshalb vorweg eine Entschuldigung an unsere Leser in Deutschland, für die diese Ausgabe ausnahmsweise nicht ganz so spannend ist. Für alle Abonnenten außerhalb Österreichs gilt deshalb, dass wir Ihnen dieses Heft gratis zusenden. Damit verlängert sich ihr Abo um eine Ausgabe. Zeitenwende ist der Titel und der rote Faden, der sich durch die dritte Ausgabe von Frank&Frei zieht. Diese Wende ist schon jetzt, wenige Wochen vor der Wahl, überall im Land zu spüren. Es liegt etwas in der Luft. Und dabei geht es nicht so sehr um die wöchentlichen Umfrageergebnisse, die die Zeitenwende ankündigen. Auch wenn sie Menschen, die sich nicht im politischen Koordinatensystem links verorten, mit freudiger Erwartung erfüllen. Wenn es die Grünen tatsächlich nicht mehr ins Parlament schaffen sollten, dann wäre das ein sehr deutliches Zeichen. Es wäre das Ende eine Ära, die Mitte der 1980er Jahre begonnen hat. Diese Partei hat wie keine andere die letzten Jahrzehnte geprägt, ihr ihren Stempel aufgedrückt, auch wenn sie nie in einer Bundesregierung war.

Es wäre ein Schlussstrich unter all die krassen Fehlentwicklungen, die sich zu einem die Gesellschaft zersetzenden Gebräu vermengt haben. Es ist bezeichnend, dass sich einer der wichtigsten Proponenten dieser Bewegung, der ehemalige „Revolutionäre Marxist“ Peter Pilz, jetzt wo der Karren tief im Dreck steckt, absetzt und auf „Heimat“-Retter macht. Ein Wendehals. Die Folgen der grünstichigen, neosozialistischen Politik, die viele andere Parteien, nicht zuletzt die ÖVP, mitgetragen und in großen Teilen übernommen haben, sind mittlerweile so katastrophal und unübersehbar, dass selbst die Mainstreammedien scheitern, sie den Bürgern als noch akzeptabel anzudrehen. Weshalb sich immer mehr Vertreter dieser Politik überhastet aus dem Staub machen. Nachdem Eva Glawischnig das Handtuch geworfen hat, hat auch Michael Häupl seinen Rückzug angekündigt. Beide hinterlassen politische Trümmerfelder.

Die meisten Österreicher haben die Nase voll, von der „alternativlosen“ linken Wir-müssen-Politik. Immer mehr Bürger erkennen, dass wir nicht „müssen“, was uns die linken Priester der politischen Korrektheit täglich vorbeten. Nein, wir müssen nicht das Klima „retten“, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen verleugnen, die Grenzen und unsere Geldbörsen noch weiter öffnen und Millionen von Menschen aus der Dritten Welt bei uns aufnehmen und sie und ihre Nachkommen versorgen. Das Geschäftsmodell linker Politik, die moralische Erpressung, hat sich angesichts ihrer katastrophalen Folgeschäden totgelaufen. Es ist zu einem Stimmungsumschwung gekommen. Am 15. Oktober wird von den Bürgern der Auftrag erteilt werden, diese selbstzerstörerische Politik zu beenden und endlich mit den Aufräumarbeiten zu beginnen. Die schweren Schäden, die diese neosozialistische Politik in den vergangenen Jahren in unserem Land verursacht hat, müssen rasch behoben werden. Viele von ihnen sind allerdings irreparabel. Es wird am Wahlsieger, also mit höchster Wahrscheinlichkeit an Sebastian Kurz, liegen, diesen Auftrag umzusetzen. Ein schwarz-rotes Weitergewurschtel, egal wie der SPÖ-Chef nach der Wahl auch heißen mag, will kaum noch jemand. Es wäre fatal und würde auch unserem demokratischen System große Schäden zufügen. Da würde es auch nicht helfen, wenn die SPÖ Verteidigungsminister Doskozil zu ihrem neuen Chef macht. Denn dieser vertritt nur einen Flügel der SPÖ. Es würde zu Konflikten und Machtkämpfen mit dem vor allem in Wien beheimateten ultralinken Flügel kommen. Und eine Regierung mit einer zerrissenen und tief gespaltenen SPÖ braucht Österreich derzeit so dringend wie einen Kropf. Diesen „Change“, den immer mehr Menschen in diesem Land wollen und das Land auch dringend braucht, hat sich schon bei der Bundespräsidentenwahl angekündigt. Damals konnte er aber durch die gewaltigen Anstrengungen all jener Kräfte, die gut vom derzeitigen politischen System leben, noch knapp verhindert werden.

Diesmal wird es nicht mehr gelingen. Auch wenn jene, die jetzt um ihre guten Posten und Einkommen fürchten, und das sind Hunderttausende, mit allen Tricks und Mitteln versuchen werden, diesen Wechsel zu verhindern. Dazu gehören auch die Medien. Viele von ihnen fürchten um ihre Zukunft, wenn die Genossen nicht mehr an den Schalthebeln sitzen, weshalb viele von ihnen jeden journalistischen Anspruch aufgegeben haben und ganz offen und ungeniert Propaganda betreiben. Allein, es wird nichts nutzen. Zumal die von der linken Umverteilungspolitik abhängigen Medien, NGOs, Vereine und Institutionen noch kein Rezept gegen ihren Niedergang gefunden haben und deshalb versuchen, mit ihren ranzigen Strategien den Klassenfeind zu diskreditieren. So wie die fallenden Blätter den Herbst ankündigen, so kündigen die Nazi-Vorwürfe von SPÖ-nahen Vereinen gegen die FPÖ, die heiße Phase des Wahlkampfes an. Bloß, auch die einstige Wunderwaffe, die Faschismus-Keule, hat sich abgenutzt. Die Österreicher wollen Veränderung, wollen endlich klare Antworten und konkrete Maßnahmen, die Zeiten der Politik der schönen Worte und leeren Phrasen sind vorbei. Sehr zum Leidwesen von SPÖ-Chef Christian Kern, der ein Meister in dieser Disziplin ist. Deshalb ist der Titel dieser Ausgabe „Zeitenwende”. Wir haben mit vielen Menschen über die aktuellen Situationen und Entwicklungen gesprochen. Sie finden diesmal viele Interviews in Frank&Frei. Etwa mit Lothar Höbelt, Andreas Khol oder Karl Schlögl. Von den Spitzenkandidaten haben wir nur mit FPÖ-Chef Heinz Christian Strache gesprochen. Das lag aber nicht an unserem Unwillen, sondern an den Kandidaten selbst. Christian Kern, genauer gesagt sein Pressesprecher, hat ein Interview ebenso abgelehnt wie Ulrike Lunacek. Die Grünen meinten gar zu einem unserer Journalisten, man wolle in diesem Heft nicht vorkommen. Das kann man sich in einer Demokratie aber leider nicht aussuchen. Auch Matthias Strolz von den NEOS zierte sich und ein Interview mit Sebastian Kurz kam ebenfalls nicht zustande. Aus welchen Gründen auch immer. Das bedeutet nicht, dass dadurch die Qualität und der Informationsgehalt dieses Magazins gemindert würden, wir wollten allen Politikern ein Podium geben. Unser feines Magazin spielt bei der Wahlentscheidung natürlich kaum eine Rolle, im Gegensatz zu den großen Playern am heimischen Medienmarkt, wie ORF, Österreich oder Profil. Aber wie gesagt, wir erleben eine Zeitenwende, die auch die heimische Medienlandschaft umkrempeln wird. Wir sind guter Dinge. Frank&Frei wird seine erfolgreichen Weg fortsetzen.

Werner Reichel
Chefredakteur
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