Brief des Herausgebers

Europa, wenn nicht die ganze Welt, steht an einer Zeitenschwelle. Noch ist nicht entschieden wohin die Reise gehen wird. Die USA haben wie immer in den letzten 70 Jahren einen Vorsprung herausgearbeitet. Der neue US-Präsident gehört dem Typus „Nicht-Politiker“ an und das mit allen positiven wie negativen Begleiterscheinungen. Er wird einschneidende Änderungen auf allen Ebenen verursachen, ob diese gut oder schlecht sein werden, ist eine Frage der Position der Betroffenen. Jedenfalls wird die alte US-Oligarchie in ihrer bisherigen Form nicht mehr aktiv bleiben können, sie wird mit den neuen, starken Oligarchen kooperieren müssen. Bis es soweit ist, wird Trump noch einiges an Machtkämpfen auszufechten haben. Europa dagegen stehen die massiven Umbrüche noch bevor.

Was seit Jahren gesellschaftspolitisch unter der Oberfläche brodelt, bahnt sich seinen Weg nach oben. Die Eliten des alten Kontinents wanken und taumeln von einem politischen Desaster ins nächste. Kaum wurden Finanz- und Wirtschaftskrise von den Systemmedien weggeschrieben, aus dem Blickfeld der Menschen geräumt, tut sich auch schon die nächste Bedrohung von, man möchte sagen, biblischen Ausmaßen auf: Der seit 2015 nicht mehr abreißende Migrationsstrom aus völlig kulturfremden Regionen der Welt nach Europa drängt den alten Kontinent an den Rand des Abgrunds. Der beginnende Zusammenbruch der sozialen Systeme und die Auflösung der öffentlichen Ordnung sind an den weniger gut versorgten Rändern bereits deutlich erkennbar. Das für arbeitende und nettoeinzahlende Menschen konzipierte Sozialsystem ist in der derzeitigen Form nicht mehr aufrecht zu erhalten. Konsequenterweise müsste entweder eine massive Anhebung der Beitragsleistungen für die (noch) zahlenden Menschen oder die Reduktion der aus dem Sozialsystem bezogenen Leistungen erfolgen. Da Ersteres nicht ohne massiven politischen Widerstand bis hin zur völligen Zertrümmerung der regierenden Parteien einherginge, wird sich Zweiteres seinen Weg bahnen. Das wiederum wird die öffentliche Ordnung, die öffentliche Sicherheit an ihre Grenzen bringen: Migranten, Asylwerber und Illegale, die keinerlei Subvention und bedingungslose Zahlungen mehr erhalten, werden auf die Straße gehen, um sich ihren Lebensunterhalt entweder zu „erdemonstrieren“ oder einfach von den (noch) Habenden nehmen. Wirtschafts- und Migrationskrise aber sind, wie die Geschichte zeigt Katalysatoren, des Zerfalls von elitengesteuerten Systemen. Der Brexit, das Scheitern Griechenlands, der Ausnahmezustand in Frankreich, die Entwicklung Schwedens zu einer einzigen „No-Go-Area“, die Auflehnung der so genannten Visègrad-Staaten gegen die Bevormundung durch Brüssel, das Erstarken rechts-konservativer Parteien, die wachsende Widerspruchslust der Bürger via Internet samt der Reaktion des Staates mittels Zensur und „Hatespeech“-Vorwürfen, um die Meinungsfreiheit zu einzugrenzen, sind deutliche Zeichen von Stagnation und Zerfall. Niemand außer den herrschenden Machteliten und ihren medialen Adepten will noch dieses Reißbrettkonstrukt samt seiner Währungs-Totgeburt „Euro“. Die Funktionseliten der Europäische Union brechen ohne Scham in Permanenz ihre eigenen Regelungen („No-Bail-Out“), versagen bei allen Herausforderungen, deren Bewältigung ein großes Staatengebilde rechtfertigen würde („Migrationskrise“, gemeinsame, koordinierte Außenpolitik), ja schaffen es nicht einmal, einem selbsternannten Neo-Sultan klar und deutlich zu erklären, dass er und seine Gefolgsleute keine politische Propaganda auf europäischen Boden zu verbreiten haben. Die heutige Europäische Union ist tatsächlich auch kein „Friedensprojekt“ mehr, denn der Friede währt tatsächlich nur so lange, wie es eine Macht gibt, die auch bereit ist diesen zu verteidigen. Bis jetzt waren dies lediglich die NATO sprich die USA. Mangels einer europäischen Armee bedürfte die Abwehr eines Angriffs auf ein EU-Mitglied immer noch der NATO. Der amtierende US-Präsident scheint jedoch nicht der Mann zu sein, der die NATO bedingungslos zur Verteidigung der EU einsetzen wird. Ein solches Europa schützt seine Bürger nicht, ein solches Europa bietet seinen Bürgern keine prosperierende Zukunft, ein solches Europa ist genau das geworden, was zu Beginn des 20.Jahrhunderts von den Gegnern der Habsburgmonarchie als „Völkerkerker“ bezeichnet wurde.

Das System-Europa der Europäischen Union ist tot. Multikulturalismus und Globalismus sind gescheitert. Unser Kontinent, unser neues Europa, braucht eine neue politische Ordnung, die sich an den Bedürfnissen der europäischen Völker, am Wert von Grenzen, an der Achtung und Wertschätzung gegenüber den historischen Leistungen des christlichen Abendlandes sowie am respektvollen, aber selbstbewussten Umgang mit fremden Kulturen orientiert. Für die im alten System verhafteten herrschenden EU-Macht- und Funktionseliten wird dagegen wohl bald wieder ein Satz an fataler Bedeutung gewinnen: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

Christian Günther
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